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Wissen · 5 Min. Lesezeit

Welches Intervall braucht dein Bauzeitraffer? Mit Rechenweg

Arrion · 12. August 2026

Die kurze Antwort: Zehn bis fünfzehn Minuten während der Arbeitszeit sind für die meisten Bauprojekte der richtige Ausgangswert. Aber die Faustregel ist nur die halbe Antwort — die andere Hälfte hängt daran, wie lang dein fertiger Film werden soll. Hier ist die Rechnung, mit der du es selbst bestimmst.

Warum die Angaben im Netz auseinandergehen

Wer sucht, findet Widersprüchliches: Ein Anbieter nennt fünfzehn Minuten als typischen Wert, ein anderer fünf bis zehn Minuten während der Arbeitszeit, ein dritter fährt dauerhaft ein Bild pro Minute. Alle drei haben recht — für ihren jeweiligen Anwendungsfall. Ohne die dazugehörige Bauzeit und die Wunschlänge des Films ist die Zahl bedeutungslos.

Die Formel

Ein Film läuft mit 25 Bildern pro Sekunde. Daraus ergibt sich alles Weitere:

  1. Benötigte Bilder = gewünschte Filmlänge in Sekunden × 25
  2. Aufnahmezeit = Bauzeit in Monaten × Arbeitsstunden pro Monat × 60
  3. Intervall in Minuten = Aufnahmezeit ÷ benötigte Bilder

Für die Arbeitsstunden rechnen wir mit zehn Stunden am Tag und fünf Tagen die Woche, also rund 217 Stunden im Monat. Das entspricht dem, was auf einer normalen Baustelle tatsächlich passiert — nachts und sonntags bewegt sich nichts, und Bilder davon verstopfen nur den Speicher.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, du baust vierzehn Monate und willst am Ende einen Film von drei Minuten.

  • Benötigte Bilder: 180 Sekunden × 25 = 4.500 Bilder
  • Aufnahmezeit: 14 Monate × 217 Stunden × 60 = 182.280 Minuten
  • Intervall: 182.280 ÷ 4.500 = rund 40 Minuten

Vierzig Minuten klingt lang — und genau hier liegt der Denkfehler, den man vermeiden sollte. Man wählt das Intervall nicht so, dass genau die richtige Bildzahl herauskommt. Man wählt es dichter und wirft beim Schnitt weg.

Warum dichter besser ist

Ein Zeitraffer mit vierzig Minuten Abstand zeigt einen Kran, der springt. Zwischen zwei Bildern hat sich zu viel verändert, das Auge findet keine Bewegung mehr, sondern nur Sprünge. Bei zehn Minuten fließt es.

Dazu kommt: Aus dichtem Material kannst du jederzeit ausdünnen. Aus dünnem Material bekommst du nie mehr Bilder. Und du willst fast sicher Zwischenstände — die Bodenplatte, der Rohbau, das Richtfest —, für die du dann aus einer intensiven Woche einen eigenen kurzen Film schneidest. Dafür brauchst du in dieser Woche viele Bilder.

BauzeitIntervallBilder gesamtRohmaterial
6 Monate10 Min.ca. 7.800ca. 5 Min.
12 Monate10 Min.ca. 15.600ca. 10 Min.
12 Monate15 Min.ca. 10.400ca. 7 Min.
24 Monate15 Min.ca. 20.900ca. 14 Min.
24 Monate30 Min.ca. 10.400ca. 7 Min.

Gerechnet mit zehn Arbeitsstunden am Tag, fünf Tagen die Woche und 25 Bildern pro Sekunde. „Rohmaterial“ ist die Länge, wenn man alle Bilder aneinanderhängt — der fertige Film ist immer kürzer.

Was das Intervall sonst noch beeinflusst

  • Datenvolumen. Jedes Bild geht per Mobilfunk raus. Ein doppelt so dichtes Intervall verdoppelt das Volumen — bei begrenztem Tarif eine echte Grenze.
  • Stromverbrauch. Bei Solarbetrieb im Dezember ist jede Auslösung Energie, die nachgeladen werden muss. Im Winter dünner auszulösen ist eine übliche und sinnvolle Anpassung.
  • Speicher. Weniger kritisch als früher, aber bei mehreren Kameras über Jahre summiert es sich.

Unsere Empfehlung

Zehn Minuten während der Arbeitszeit als Grundeinstellung. Dichter in Phasen, in denen viel passiert — Kranmontage, Bodenplatte, Fassade. Nachts und am Wochenende aus. Und das Intervall nicht auf die Filmlänge hin optimieren, sondern auf einen flüssigen Bewegungseindruck; die Länge macht der Schnitt.

Was das alles kostet, steht unter Was kostet ein Bauzeitraffer.

Wer das nicht selbst rechnen möchte: Das Intervall legen wir vor der Montage gemeinsam fest, siehe Bauzeitraffer und Baustellenkamera.

Häufige Fragen

Welches Intervall braucht ein Bauzeitraffer?

Für ein Projekt über ein Jahr sind zehn bis fünfzehn Minuten während der Arbeitszeit ein guter Ausgangswert. Kürzere Intervalle von einer bis fünf Minuten lohnen sich für kurze, intensive Phasen wie eine Kranmontage. Stundenintervalle sind bei sehr langen Laufzeiten sinnvoll. Die Zahl ergibt sich aber nicht aus der Faustregel, sondern aus deiner gewünschten Filmlänge — die Rechnung dafür steht in diesem Artikel.

Wie viele Bilder entstehen bei 10 Minuten Intervall in einem Jahr?

Bei zehn Arbeitsstunden am Tag und fünf Tagen pro Woche sind das sechs Bilder pro Stunde, also 60 am Tag, 300 pro Woche und rund 15.600 im Jahr. Bei 25 Bildern pro Sekunde im fertigen Film ergibt das etwa zehn Minuten Rohmaterial — deutlich mehr, als ein Imagefilm braucht, und genau deshalb wird beim Schnitt ausgewählt.

Wie rechne ich das Intervall aus meiner Wunschlänge zurück?

Benötigte Bilder = gewünschte Filmlänge in Sekunden × 25. Intervall in Minuten = gesamte Aufnahmezeit in Minuten ÷ benötigte Bilder. Beispiel: drei Minuten Film brauchen 4.500 Bilder. Bei 14 Monaten Bauzeit mit rund 217 Arbeitsstunden im Monat sind das etwa 182.000 Minuten Aufnahmezeit — geteilt durch 4.500 ergibt rund 40 Minuten Intervall.

Sollte die Kamera nachts auslösen?

Für den Baufortschritt nicht — es passiert nichts, und die Bilder kosten Speicher, Datenvolumen und Akku. Wir beschränken die Aufnahme deshalb auf die Arbeitszeit. Ausnahmen sind Projekte, bei denen nachts gearbeitet wird, und Fälle, in denen die Kamera zusätzlich als Nachweis dienen soll.

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