Wissen · Glossar
Die Begriffe, kurz erklärt.
23 Fachbegriffe aus Rundgängen, Augmented Reality und Baudokumentation. Jeder zuerst in einem Satz, dann mit der Einordnung, die in Angeboten meist fehlt.
360°-Rundgänge
- Dollhouse-Ansicht
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Die Dollhouse-Ansicht zeigt ein Gebäude als freistehendes 3D-Modell von außen, so als hätte man das Dach abgenommen und schaue von schräg oben hinein.
Sie beantwortet die Frage, die aus einzelnen Räumen nie hervorgeht: Wie hängt alles zusammen? Wo liegt welches Zimmer, wie tief ist die Wohnung, wo geht es zum Nebenraum? Der Name stammt vom Puppenhaus. Aus der Dollhouse-Ansicht heraus springt man direkt in einen Raum, sie ist also auch ein Navigationsmittel und nicht nur ein Schaubild.
- Infopoint
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Ein Infopoint ist ein anklickbarer Punkt im Rundgang, hinter dem Text, Bilder, Video, Audio oder ein Link liegen.
Infopoints machen aus einem begehbaren Raum ein erklärtes Objekt. In einem Museum hängt an einem Exponat die Geschichte dazu, in einer Immobilie am Fenster der Hinweis auf die Dreifachverglasung, in einem Ausbildungsbetrieb an der Maschine, was ein Azubi daran lernt. Sie sind der Grund, warum zwei gleich große Rundgänge sehr unterschiedlich aufwendig sein können.
Warum Inhalt und nicht Fläche den Preis treibt → - Scanpunkt
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Ein Scanpunkt ist eine Position, von der aus die Kamera den Raum rundum aufnimmt. Aus vielen Scanpunkten entsteht der begehbare Rundgang.
Die Zahl der Scanpunkte bestimmt die Aufnahmedauer stärker als die Quadratmeter. Ein verwinkelter Altbau braucht deutlich mehr Standpunkte als eine offene Halle gleicher Größe, weil hinter jeder Ecke wieder ein Punkt gesetzt werden muss, damit keine Lücke entsteht.
- Punktwolke
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Eine Punktwolke ist die Rohform eines Scans: Millionen einzelner Messpunkte im Raum, jeder mit Position und Farbe.
Aus ihr berechnet die Software das begehbare Modell. Für die Weiterverarbeitung ist sie wertvoller als der fertige Rundgang, weil sie sich in CAD- und Planungsprogramme laden lässt. Wichtig zu wissen: Aus einer Punktwolke wird nicht automatisch ein Bauteilmodell. Diesen Schritt macht ein Planer.
Wo der Rundgang gegenüber BIM steht → - Matterport
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Matterport ist ein US-amerikanischer Anbieter von Kameras und einer Plattform für begehbare 3D-Rundgänge. Der Name wird im Sprachgebrauch oft stellvertretend für die ganze Gattung benutzt, so wie Tempo für Papiertaschentücher.
Wer "Matterport" sucht, meint deshalb häufig nicht das Produkt einer bestimmten Firma, sondern einen begehbaren Rundgang überhaupt. Technisch sind die Bausteine bei allen Anbietern ähnlich: Ein Laser- oder Fotoscanner nimmt von mehreren Scanpunkten aus auf, daraus entstehen Punktwolke, Mesh und die begehbare Ansicht. Unterschiede gibt es bei der Plattform, auf der der fertige Rundgang liegt, bei den Möglichkeiten zur Personalisierung und bei der Frage, wem die Daten gehören und wie lange sie abrufbar bleiben. Das sind die Punkte, nach denen sich ein Angebot vergleichen lässt, nicht der Markenname. Häufig steht dahinter die Frage, ob man selbst scannt oder scannen lässt. Selbst scannen heißt: Kamera oder Scan-App, eine laufende Plattformgebühr und die eigene Zeit für Aufnahme, Nachbearbeitung und Pflege. Scannen lassen heißt: ein Termin, ein fertiges Ergebnis und ein Ansprechpartner, wenn später etwas geändert werden soll. Welcher Weg günstiger ist, hängt davon ab, wie viele Objekte im Jahr zusammenkommen.
Was ein 360°-Rundgang kostet → - 3D-Mesh
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Ein Mesh ist ein Netz aus Dreiecksflächen, das aus der Punktwolke berechnet wird und die Oberflächen eines Raums als geschlossene Geometrie beschreibt.
Während die Punktwolke aus einzelnen Punkten besteht, ist das Mesh eine durchgehende Fläche und damit das, was man in 3D-Programmen weiterverwendet. Es ist der übliche Austauschweg, wenn ein Architekt oder Planer mit dem Aufmaß weiterarbeiten soll.
- Virtual Staging
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Virtual Staging ist das digitale Einrichten leerer Räume: Möbel, Teppiche und Licht werden nachträglich in Fotos oder in die Panoramen eines Rundgangs montiert.
Es zeigt, wie ein Raum genutzt werden kann, ohne dass echte Möbel transportiert werden. Die Grenze ist klar: Virtual Staging ist keine Renovierung. Schäden und ungünstige Grundrisse verschwinden nicht, und virtuell eingerichtete Bilder müssen als solche gekennzeichnet sein.
Was Virtual Staging kostet → - Bemaßter Grundriss
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Ein bemaßter Grundriss ist die aus dem Scan abgeleitete Draufsicht mit eingetragenen Maßen und Flächenangaben.
Er entsteht aus derselben Aufnahme wie der Rundgang, es braucht also keinen zweiten Termin. Für die Wohnflächenberechnung nach Wohnflächenverordnung ist zusätzlich eine fachliche Prüfung nötig, weil dort Regeln zu Dachschrägen, Balkonen und Nebenflächen greifen, die ein Aufmaß allein nicht abbildet.
- Greenscreen im Rundgang
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Beim Greenscreen wird eine Person vor grünem Hintergrund gefilmt und anschließend freigestellt in den Rundgang gesetzt, wo sie begrüßt, führt oder erklärt.
Das ist der Unterschied zwischen einem Raum und einem Empfang. Wichtig ist die Planung: Die Aufnahme entsteht getrennt vom Scan, und alle gezeigten Personen müssen zugestimmt haben. Der Scan selbst findet in menschenleeren Räumen statt.
Augmented Reality
- Augmented Reality (AR)
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Augmented Reality blendet digitale Inhalte in das Kamerabild der echten Umgebung ein, sodass sie am realen Ort zu stehen scheinen.
Der Unterschied zu Virtual Reality: AR ergänzt die vorhandene Umgebung, VR ersetzt sie vollständig. Für Kultur und Kommunen ist AR deshalb der interessantere Weg, weil der echte Ort die Hauptrolle behält und das Digitale nur ergänzt, was dort nicht mehr steht.
- Web-AR
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Web-AR läuft direkt im Browser des Besuchers, ohne dass eine App installiert werden muss.
Das senkt die Hürde erheblich, hat aber Grenzen: geringere Genauigkeit bei der Ortsbestimmung, längere Ladezeiten und Probleme in Funklöchern. Bei AR-rion laufen neue Projekte im Browser; die Grenzen werden dabei eingeplant: Einstiegspunkt mit Empfang, kleine Modelle, ein eigener Code je Station.
Was im Browser funktioniert und was nicht → - Digitale Rekonstruktion
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Eine digitale Rekonstruktion ist die modellhafte Wiederherstellung eines Gebäudes oder Zustands, der heute nicht mehr existiert, auf Grundlage von Quellen.
Entscheidend ist nicht, wie gut das Modell aussieht, sondern worauf es beruht. Seriös gearbeitet wird getrennt zwischen dem, was Pläne, Fotos und Beschreibungen belegen, und dem, was begründete Annahme bleibt. Diese Trennung gehört in die Dokumentation und sollte auf Nachfrage nachweisbar sein.
Wie eine Rekonstruktion entsteht → - Georeferenzierung
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Georeferenzierung heißt, ein digitales Objekt so mit echten Koordinaten zu verankern, dass es am richtigen Ort, in richtiger Größe und Ausrichtung erscheint.
Sie ist der Grund, warum eine rekonstruierte Mühle genau dort steht, wo sie stand, und nicht dreißig Meter daneben. Die erreichbare Genauigkeit hängt vom Verfahren ab: reines Satellitensignal reicht für große Objekte, für präzise Platzierung braucht es zusätzliche Bezugspunkte in der Umgebung.
- Automatisierte Führung
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Eine automatisierte Führung leitet Besucher selbstständig von Station zu Station, ohne dass ein Guide anwesend sein muss.
Sie löst ein organisatorisches Problem: Führungen finden bislang statt, wenn Personal da ist. Eine automatisierte Führung ist immer verfügbar, mehrsprachig und in gleichbleibender Qualität. Sie ersetzt keine gute Führung durch einen Menschen, aber sie füllt die Zeiten, in denen es gar keine gäbe.
Langzeit-Zeitraffer
- Langzeit-Zeitraffer
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Ein Langzeit-Zeitraffer dokumentiert ein Bauvorhaben über Monate oder Jahre mit einer fest montierten Kamera und verdichtet den Verlauf zu einem kurzen Film.
Der Unterschied zum gewöhnlichen Zeitraffer ist die Dauer und damit alles, was daran hängt: Stromversorgung, Datenübertragung, Wetterfestigkeit und eine Kamera, die über die gesamte Bauzeit exakt dieselbe Ausrichtung behält. Verwackelt sie, ist der Film unbrauchbar.
- Intervall
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Das Intervall ist der zeitliche Abstand zwischen zwei Aufnahmen, meist in Minuten angegeben.
Es entscheidet über die Flüssigkeit des Films und über das Datenvolumen. Zehn bis fünfzehn Minuten während der Arbeitszeit sind für die meisten Bauprojekte ein guter Ausgangswert. Die genaue Zahl ergibt sich aber aus Bauzeit und gewünschter Filmlänge und lässt sich ausrechnen.
Der Rechenweg fürs Intervall → - Vorher-Nachher-Regler
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Ein Vorher-Nachher-Regler ist ein Schieber im Bild, mit dem Betrachter zwischen zwei Zeitpunkten hin- und herziehen können.
Er zeigt Veränderung eindrücklicher als zwei Bilder nebeneinander, weil der Betrachter die Bewegung selbst steuert. Für Präsentationen vor Gremien und Investoren ist er oft wirkungsvoller als der fertige Film, weil sich damit gezielt einzelne Bauphasen zeigen lassen.
- Magisches Fenster
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Das magische Fenster ist ein frei verschiebbarer Ausschnitt, durch den man an einer beliebigen Stelle des Bildes in einen anderen Zeitpunkt schaut.
Anders als der Vorher-Nachher-Regler, der das ganze Bild teilt, öffnet das Fenster nur einen Bereich. Damit lässt sich etwa ein einzelnes Gebäudeteil im Rohbauzustand zeigen, während der Rest fertig dasteht.
- Autarke Kamera
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Eine autarke Kamera arbeitet ohne festen Strom- und Netzanschluss, versorgt über Solarmodul und Pufferakku, angebunden über Mobilfunk.
Auf Baustellen ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme: Der Baustromverteiler wandert, Leitungen werden umverlegt, und ein Kabel quer über das Baufeld überlebt keinen Winter. Die ehrliche Grenze liegt im Dezember, wenn kurze Tage und flache Sonne das Energiebudget knapp machen.
Wie ein autarkes System arbeitet →
Übergreifend
- Digitaler Zwilling
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Ein digitaler Zwilling ist die virtuelle Entsprechung eines realen Gebäudes. Der Begriff steht für drei sehr verschiedene Dinge: ein räumliches Abbild, ein Planungsmodell und ein sensorgespeistes Betriebsmodell.
Weil der Begriff nicht geschützt ist, verwenden ihn Anbieter aus verschiedenen Branchen für ihr jeweiliges Produkt. Vor jedem Angebot lohnt deshalb die Rückfrage, welche Ebene gemeint ist. Ein 360°-Rundgang ist ein räumlicher Zwilling: maßhaltig und begehbar, aber ohne Bauteilinformationen und ohne Livedaten.
Die drei Bedeutungen im Einzelnen → - HDR-Aufnahme
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Bei einer HDR-Aufnahme werden mehrere unterschiedlich belichtete Bilder zu einem zusammengerechnet, das helle und dunkle Bereiche gleichzeitig zeichnet.
In Innenräumen ist das fast immer nötig: Ohne HDR ist entweder das Fenster ausgebrannt oder der Raum abgesoffen. Für Rundgänge und Objektfotos ist es der Unterschied zwischen einem Bild, das nach Immobilie aussieht, und einem, das nach Schnappschuss aussieht.
- Einbettungscode
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Der Einbettungscode ist ein kurzer Textbaustein, mit dem sich ein Rundgang in die eigene Website einfügen lässt, ohne dass dort etwas installiert werden muss.
Technisch ist es ein Rahmen, der den Rundgang von dort lädt, wo er gehostet wird. Das hat einen praktischen Vorteil, der oft übersehen wird: Wird der Rundgang zentral deaktiviert, verschwindet er überall, wo er eingebettet war. Man muss nicht jeder Einbindung einzeln hinterherlaufen.
- Google Street View für Unternehmen
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Über die Street-View-Einbindung erscheint ein Innenrundgang direkt in Google Maps und in der Google-Suche.
Der Nutzen liegt weniger im Rundgang selbst als im Ort, an dem er auftaucht: dort, wo lokal gesucht wird. Für Betriebe mit Laufkundschaft ist das ein Sichtbarkeitsgewinn, für reine Bürostandorte lohnt es meist nicht.
Für wen sich Street View lohnt →